Geburtsbericht Bela

geboren am 28.09.2011

Hallo Liebe Steffi,

Jetzt melde ich mich endlich - besser spät als nie.
Unser Bela hat sich nämlich mächtig Zeit gelassen. Mein Geburtstermin war ja der 10.09.11.
Der Gynäkologe vom Bamberger Geburtshaus hat aber den 13.09.11 errechnet u so standen beide Termine im Mutterpass. Dr. Froehlcke hat ihn deshalb später datiert, um mehr Spielraum zu haben, falls das Baby später geboren werden sollte, was bei Erstgeburten wohl eher der Fall ist.
Das Geburtshaus geht nämlich längstens 14 Tage über Geburtstermin.
Der Doktor war außerdem so lieb u hat auf meine Bitte hin nochmals einen Abstrich genommen - zur Überprüfung der B-Strepptokokken, wie ich Dir ja schon früher berichtet habe. Der Test war negativ und damit war klar, dass ich unter der Geburt keine Antibiose benötigen würde. Also war erstmal alles bestens.
Leider haben sich bei mir keine dauerhaften Wehen eingestellt, trotz Akupunktur und Rhizinusöl-Cocktail. Ich hatte nach den Behandlungen zwar Wehen, die hatten sich aber immer wieder beruhigt. Erst in der Nacht vor meinem letzten Termin im Geburtshaus (27.09.) bekam ich endlich Wehen, die am nächsten Morgen zum vereinbarten Untersuchungs- und Besprechungstermin immerhin schon alle 5 min kamen.
Die Untersuchung im Geburtshaus ergab aber, das der Muttermund noch nicht weit genug geöffnet war, um dort eine Einleitung zu verantworten, so dass wir schnell beratschlagen mussten, was wir tun sollten. Dr. Froehlcke schlug sogar vor, noch den Tag abzuwarten aber die Hebamme empfahl die Geburt in einer Klinik, da ein weiterer Tag Wehen mich auch schwächen könnte und die Kliniken dann nicht mehr lange fackeln mit Einleitung sondern eher einen Kaiserschnitt empfehlen.
Es gibt wohl kaum eine Klinik, die 14 - 17 Tage über Termin abwartet. Also habe ich meine Hebamme angerufen, die bei mir im Nachbarort wohnt und die Nachsorge machen wollte. Die gehört außerdem zum Hebammen-Team der Pegnitzer Klinik. Die Gute hat dort mit dem Arzt telefoniert u sich um den Befund zuvor bei der Geburtshaus-Hebamme informiert.
In der Pegnitzer Klinik waren sie dann sehr kooperativ und nett. Die Untersuchung ergab, dass alles schön weich ist und Wehen da sind (die allerdings schon weniger wurden), der Muttermund hat sich noch nicht weiter geöffnet. Ich bekam dann eine Prostaglandin-Tablette in die Vagina gegen 12.30 Uhr. Um 15 Uhr hat mich die Hebamme wieder untersucht, da hat sich am Befund noch  nichts verändert. von 16 - 17 Uhr steigerten sich die Einleitungswehen in einen minütlichen Rhythmus, was äußerst schmerzhaft war und am Befund des Muttermunds immer noch nichts änderte. Die Hebamme gab mir daraufhin ein entkrampfendes Schmerzmittel (Injektion in den Po) u ich durfte in die Badewanne, was Linderung brachte. Bis 19 Uhr konnte ich mich entspannen, dann öffnete sich der Muttermund rasant und die Geburtswellen setzten ein. Um 20.04 Uhr war Bela dann plötzlich da.
Die Geburt hat sich also gänzlich anders gestaltet als ich es mir erhofft habe.
Im Kreissaal hätte ich mir eine Hypno-Geburtshelferin gewünscht.
Trotzdem war die Geburt ein schönes Erlebnis, da ich den Vorgang mit allen Sinnen erleben konnte. Im Grunde genommen erlebte ich die Einleitungswehen am unangenehmsten. Trug einen Dammriss 2. Grades davon (ist wohl gering: Haut u Muskel eingerissen).
Wir sind dann insgesamt 5 Tage in der Klinik geblieben. Leider sind innerhalb der ersten 3 Tage die Entzündungsparameter bei Bela gestiegen, so dass ihm ein Antibiotikum verabreicht wurde (was ich ihm eigentlich ersparen wollte) und er kurz vor der Einweisung in die Kinderklinik stand. Als dann endlich am 3. Tag die Milch einschoss erholte er sich glücklicherweise sehr schnell. Das Antibiotikum hat er noch 10 Tage genommen.
Inzwischen sind wir seit einer Woche Zuhause und ich erlebe jeden Tag als Abenteuer.
Meine Gesäßsituation ist noch nicht wieder voll rehabilitiert, so dass ich mich noch etwas eingeschränkt fühle. Bela ist ein aufgewecktes Kerlchen, der richtig Spass macht, wenn er mir nicht gerade meinen Schlaf raubt. Ich hoffe, dass wir die nächsten Wochen gut überstehen und freue mich schon auf künftige Unternehmungen.
Der Hypno-Kurs hat mir insofern geholfen als dass er mich zuversichtlich gestimmt hat auf die Geburt und es mir gelungen ist, mich während der Wehen zu entspannen (bis auf die Einleitungswehen).
So, ich hoffe Dir, Deiner Familie einschließlich der Katzen geht es gut und

Grüße ganz herzlich
B. und K.